Lieber Ramses❤️,

 

ich kann noch gar nicht fassen, was heute Morgen geschehen ist. Alles schien ganz normal zu sein. Dass Du in der früh nicht sofort zum Kuscheln gekommen bist, hat mich nicht beunruhigt. Aber als ich Dich leblos auf dem Gästebett liegen sah, ist eine Welt für mich zusammen gebrochen. Niemand hatte damit gerechnet, dass Du uns von jetzt auf gleich verlassen würdest, dass Dein Herz einfach aufhört zu schlagen. Viel zu verschmust warst Du auch in den letzten Tagen, Dein Appetit war ganz normal und Du hast sogar brav wie Du immer warst, von selbst Deine Medikamente zu Dir genommen, denn Dein Herz hat begonnen schwächer zu werden.

 

So schwer es mir heute auch fällt diese Zeilen zu schreiben, möchte ich mich trotzdem an die schönen Momente erinnern, die Du uns beschert hast.

 

Ramses.JPG

Ich erinnere mich genau, als Du im Oktober 2008 zu uns gekommen bist. Mama und Papa haben Dich nach Deiner langen Anreise aus Ägypten am Flughafen in München abgeholt. Als ich Dich am nächsten Tag kennenlernen durfte, hast Du Dich vor lauter Angst unter dem Waschbecken im Bad versteckt. Und doch haben wir sofort einen Draht zueinander gefunden. Ein erstes schnuppern, ein erstes streicheln, und schon hast Du begonnen mit Deinen Pfoten zu kneten. Und es hat gar nicht lange gedauert, da hast Du Dich von mir schon in Deiner Lieblingsposition streicheln lassen: Rücklings auf dem Bauch. Spätestens da war ich mir sicher, dass Du mir Dein ganzes Vertrauen geschenkt hast und ich war fest entschlossen, immer für Dich da zu sein. Ich hoffe so sehr, dass Du bist zu Deinem letzten Atemzug glücklich warst und Dich immer von Deiner Familie geliebt gefühlt hast.

 

Wir haben gemeinsam so viel erlebt. Du bist mit mir fünf mal umgezogen, hast mich in schwierigen Zeiten immer getröstet und mich mit Deinem Kopf gestupst. Du warst einfach da, und Dein schnurren hat mir immer gezeigt, dass Deine Welt und unser gemeinsames Leben für Dich in Ordnung waren. Sogar als mit Maximilian und Jakob zwei neue Familienmitglieder zu uns gekommen sind. Du hattest einfach eine gute Seele, die nie verletzt wurde.

 

Mein schlimmstes Erlebnis war, als Du vor zwei Jahren nach dem Umzug ins Haus einfach weg warst. Kein kopfstupsen, kein schnurren. Wir haben alles abgesucht, das Haus, den Keller, den Garten. Nichts. Du warst wie vom Erdboden verschluckt und ich habe mir sehr schwere Vorwürfe gemacht, mein Versprechen Dir gegenüber gebrochen zu haben. Ich hatte solche Angst um Dich, dass Du bei Regen und Sturm in einer Hecke sitzt und Dich fürchterlich ängstigst. Noch am gleichen Abend haben wir Dich unter der Küche befreit. Ich war in meinem Leben selten so erleichtert und glücklich zu gleich. Es war, als ob wir nochmals ganz neu beginnen könnten. Du hattest endlich einen Balkon auf dem Du Dir gleich einen Lieblingsplatz gesichert hast und die Sonne genießen konntest.

 

Noch am letzten Dienstag hast Du in den Garten geschaut und genau beobachtet was wir tun. Du hast die letzten Sonnenstrahlen des Jahres genossen und als wir dann ins Haus gekommen sind, hast Du schon beim Stiegenaufgang auf uns gewartet und begrüsst. So wie es immer war, wenn wir nach Hause gekommen sind.

 

Irgendwann in der letzten Nacht hat Dein Herz aufgehört zu schlagen. Und Du warst ganz alleine. Das macht mir sehr zu schaffen. Und trotzdem hoffe ich, dass Du jetzt an einem besseren Ort bist, im Paradies.

 

Ich danke Dir für Deine Freundschaft, ich werde Dich nie vergessen, den nur wer vergessen wird, ist wirklich tot. In meinem Herzen wirst Du ewig leben.

 

 

Dein Katzenpapa Kevin

​​​

Derweil hat sich wohl überhaupt nicht abgezeichnet, dass Dein Leben so verlaufen würde. Ich erinnere mich genau, als wir Dich aus einer Tötungsstation für Tiere aus Spanien heraus adoptiert haben. Du warst sicher nicht die schönste oder die jüngste. Du musstest einfach am längsten auf einen sicheren Platz und ein schönes Zuhause warten. Deshalb habe ich Dich eingeladen, Dein Leben mit mir zu teilen.

 

Als wir Dich vom Flughafen abgeholt haben und zuhause den Transportkorb öffneten, bist Du sofort auf mich zugestürmt und hast mit mir geschmust. Und das, obwohl wir uns nie zuvor gesehen hatten. Ich glaube in diesem Moment hast Du gespürt, dass Du jetzt endlich ein richtiges Zuhause hast und nie wieder hungern oder frieren musst. Und ich hoffe, dass ich dieses Versprechen an Dich einlösen konnte.

 

Ich habe die gemeinsame Zeit mit Dir als große Bereicherung für mein Leben empfunden. Egal wie einsam ich war oder welche Probleme ich auch hatte: Du warst immer da und hast mir Trost gespendet. Dafür möchte ich Dir von ganzem Herzen danken.

 

Als Du schon sehr alt warst, habe ich vor einer Reise immer zu Dir gesagt: „Bitte sei noch da, wenn ich wieder nach Hause komme“. Scheinbar hast Du ganz genau verstanden, um was ich Dich gebeten habe. Als ich Ende März von einem Besuch bei meinen Eltern nach nach Hause kam, habe ich sofort gespürt dass Deine Zeit gekommen war. Aber Du wolltest die Welt scheinbar wirklich nur verlassen, wenn ich an Deiner Seite bin.

 

Und so ist es dann auch gekommen. Du durftest friedlich zuhause einschlafen, während ich bei Dir war. Nun bist Du nicht mehr bei uns, und es ist sehr schwer zu akzeptieren nach so langer gemeinsamer Zeit. Trotzdem weiß ich, dass Du nur ins Paradies vorangegangen bist und wir uns eines Tages wiedersehen werden.

 

Ich danke Dir für die wunderbaren Jahre.

In Liebe

Dein Kevin

Luna.JPG

Meine liebe Lunie❤️,

nun bist Du also Ramses gefolgt und über die Regenbogenbrücke ins Paradies gegangen. Wir wussten beide, dass dieser Tag kommen würde, denn Du warst schon sehr alt. Und trotzdem ist mein Herz gebrochen als Du diese Welt für immer verlassen hast.

 

Ganze 16 Jahre lang waren wir ein Team. Und egal vor welche Herausforderungen uns das Leben gestellt hat, wir haben immer fest zusammengehalten. Häufige Umzüge, der Familienzuwachs, viele Kilometer auf der Autobahn.  Das alles hat Dich nicht gestört wenn du am Abend auf meinem Schoß liegen konntest und Deine Streicheleinheiten genossen hast. Egal wie viel Action bei uns zu Hause war, Du warst immer mitten unter uns.